Florian  Schaumberger

Heldenplatz / Denkmal der Exekutive

Denkmal der Exekutive

Stahlplastik Heldenplatz/Denkmal der Exekutive
Stahl, 2002, Höhe: 220 cm, Länge: 615 cm

 

Die Gestalt des Monuments auf dem Heldenplatz stellt in äußerster Reduktion die Tektonik der benachbarten Baukörper dar. Seine Ausrichtung ist an den Achsen der bestehenden architektonischen Ordnung orientiert. Das Denkmal, aus massivem, dunklem Stahl gefertigt, gewährt durch die Distanz der zwei Blöcke zueinander einen Durchblick, der trotz der Schwere etwas wie Transparenz ermöglicht. Dieser Zwischenraum wird durch die Zuwendung von beiden Seiten gebildet. Er kann als Raum der Begegnung und Versöhnung gedeutet werden. Der Aufbruch der undurchdringlichen und unbeweglichen Massen ist ein wesentlicher Bestandteil des Denkmals. Er nimmt ihm alles Heroische, das ein übermannshoher altarähnlich geschlossener Block haben könnte.

Neben den mächtigen Prunkbauten des Heldenplatzes kommt der Zweiteiligkeit des Denkmals besondere Bedeutung zu. Die beiden einander zugewandten Blöcke stellen ein Gegenüberstehen dar, das individuell persönlich oder gesellschaftlich politisch verstanden werden kann. Als Haltung von Angehörigen angesichts des Todes eines geliebten Menschen, als Haltung der Exekutive angesichts einer äußersten Konsequenz des Dienstes, als Haltung der Gesellschaft angesichts bestehender Gewalt.

Mit der Errichtung der Großplastik auf dem Wiener Heldenplatz stellte sich der Bildhauer Florian Schaumberger der Herausforderung, eine zeitgenössische Skulptur für eine architektonisch wie historisch sensible Fläche des öffentlichen Raumes zu schaffen. Skulptur und Platzgestaltung wurden als Siegerprojekt eines geladenen Wettbewerbes unter Jury-Vorsitz von Prof. Edelbert Köb (Museum Moderner Kunst, Wien) in enger Kooperation mit Arch. DI Christian Lintl realisiert. Als Denkmal der Exekutive ist das Monument den seit 1945 im Dienst getöteten Polizisten und Gendarmen gewidmet und wurde im Juni 2002 von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil und Innenminister Dr. Ernst Strasser enthüllt.

Die in mehrmonatiger Bauzeit von der Firma MCE-VOEST in Linz hergestellte Großplastik wurde vom Projektträger Kuratorium Sicheres Österreich unter Präsident Mag. Michael Sika in Auftrag gegeben und aus Spendengeldern finanziert. Das Monument besteht aus 50 mm starken, verschweißten und gefrästen Stahlplatten. Das Gesamtgewicht der Skulptur, deren Oberfläche mit einem eigens entwickelten Korrosionsschutz-Verfahren behandelt wurde, beträgt 25 Tonnen.